Warum 2045
2045 ist für mich kein Fernziel, sondern der Prüfstein für heutige Entscheidungen
Wer die Zukunft des Handwerks ernst nimmt, muss länger denken als bis zum nächsten Haushaltsjahr oder zur nächsten Kampagne. 2045 ist der Horizont, an dem sich zeigt, ob wir Nachwuchs, Nachfolge, Transformation und regionale Selbstverwaltung wirklich stabil gemacht haben.
- lange Linie statt kurzfristiger Symbolpolitik
- konsequente Verbindung von Tagesgeschäft und Generationenfrage
- Zukunft als Führungsaufgabe, nicht als Nebenprojekt
Vier Zukunftsachsen
Ich sehe vier Achsen, auf denen das Handwerk bis 2045 stark bleiben muss
Erstens Fachkräfte und berufliche Bildung. Zweitens klimarelevante Modernisierung von Gebäuden, Infrastruktur und Mobilität. Drittens digitale Souveränität und KI-Kompetenz. Viertens regionale Netzwerke, in denen Betriebe, Schulen, Politik, Wissenschaft und Handwerksorganisationen tatsächlich zusammenarbeiten. Wirtschaftspolitisch gehört dazu zwingend: ein investitionsfreundlicher Standort, planbare Energie- und Regulierungskosten, schnellere Verwaltung und eine öffentliche Vergabe, die Mittelstand und Handwerk wirklich erreicht.
- Bildung und Nachfolge sichern die Substanz
- Klimawende schafft dauerhafte Nachfrage und Verantwortung
- Digitalisierung und KI müssen Nutzen bringen statt neue Hürden aufzubauen
Wirtschaftspolitische Leitlinie
Das Handwerk 2045 braucht bessere Rahmenbedingungen und eine entschlossene Interessenvertretung
Für mich ist die Zukunft des Handwerks nicht nur eine Frage von Technik und Nachwuchs, sondern auch von Rahmenbedingungen. Wenn Betriebe unter Bürokratie, langen Genehmigungen, hohen Standortkosten oder vergaberechtlichen Hürden ausgebremst werden, verliert die Region Handlungsfähigkeit. Deshalb gehört wirtschaftspolitische Klarheit zum Kern einer langfristigen Handwerksvision.
- Bürokratieabbau als echte Produktivitätsfrage verstehen
- öffentliche Vergabe stärker mittelstands- und handwerksgerecht aufstellen
- Wohnungsbau, Infrastruktur und Bestandsentwicklung als handwerkspolitische Zukunftsfelder führen
Rolle der KH
Bis 2045 braucht das Handwerk Kreishandwerkerschaften als Übersetzer und Verstärker
Die KH kann Betriebe nicht von jeder Last befreien. Aber sie kann Orientierung geben, Netzwerke verdichten, Weiterbildung stärken, Anliegen bündeln, Ehrenamt entlasten und Zukunftsthemen so herunterbrechen, dass sie im Betrieb ankommen. Genau darin sehe ich die strategische Rolle einer modernen KH. Dazu gehört ausdrücklich auch, regionale und überregionale Wirtschaftspolitik früh zu spiegeln, Positionen zu bündeln und dem Handwerk im öffentlichen Gespräch mehr Gewicht zu geben.
- Zukunftsthemen in verständliche regionale Formate übersetzen
- Betriebe, Innungen und Partner systematisch zusammenbringen
- politische und öffentliche Anschlussfähigkeit des Handwerks stärken
Regionaler Auftrag
Für Gütersloh und Bielefeld heißt das: wirtschaftsnah, ausbildungsstark und innovationsoffen handeln
Die Region hat mittelständische Stärke, industrielle Nähe, viele Ausbildungsbezüge und mit dem Neuland-Umfeld ein konkretes Zukunftslabor. Daraus kann bis 2045 ein Modell entstehen, in dem Handwerk nicht nur mitzieht, sondern regionale Entwicklung aktiv prägt.
- Nachwuchswege zwischen Schule, Betrieb, Fortbildung und Selbstständigkeit stärken
- Innovation aus dem Campus- und Netzwerkumfeld in Betriebe übersetzen
- das Handwerk als Stabilitätsanker in der Region selbstbewusst führen